kräutersalat mit sumach & berberitzen

von der schönheit des verschiedenen.

in meinem wald wachsen berberitzen. kleine rote früchte, die man leicht übersehen könnte, wenn man nicht wüsste, welche eigentümliche kraft in ihnen liegt. ihre säure ist von einer solchen entschiedenheit, dass sie sich durch nichts verleugnen lässt. ich mag das an ihnen.

in der persischen küche werden sie seit langem geschätzt, während sie hier, wo sie ebenso wachsen, beinahe in vergessenheit geraten sind. und ich frage mich manchmal, wie viele dinge uns fremd geworden sind, obwohl sie uns so nahe liegen.

für diesen salat habe ich sie mit kräutern zusammengebracht, deren geschmack ebenso wenig zurückhaltend ist. mit dill, minze und petersilie, mit der dunklen süße des granatapfels und dem herben, zitronigen sumach.

es ist eine merkwürdige schönheit, die entsteht, wenn so Verschiedenes beieinander sein darf, ohne seine Eigenart aufzugeben. vielleicht liebe ich deshalb diese art zu kochen. weil nicht alles einander ähnlich werden muss, um zusammenzugehören.

am liebsten stelle ich den salat auf einer großen platte auf den tisch. dazu warmes fladenbrot und ein paar andere schalen. und dann darf sich jeder nehmen, wonach ihm ist.

das rezept

für 4 personen · vegetarisch · vegan möglich

zutaten

  • 3 el apfelsaft

  • 2 el granatapfelmelasse

  • 1 tl ahornsirup

  • 2 tl apfelessig

  • 50 g getrocknete berberitzen

  • 6 el natives olivenöl extra

  • salz und frisch gemahlener schwarzer pfeffer

  • 1 kleines bund frischer dill

  • 1 kleines bund glatte petersilie

  • 1 kleines bund frische minze

  • 150 g kopfsalat oder eine zarte salatmischung

  • 75 g feta oder pflanzliche feta-alternative

  • 1 el sumach

zubereitung

apfelsaft, granatapfelmelasse, ahornsirup und apfelessig miteinander verrühren. die berberitzen hineingeben und etwa 30 minuten ziehen lassen, bis sie weich geworden sind und etwas von der flüssigkeit aufgenommen haben.

das olivenöl unterrühren und mit salz und frisch gemahlenem pfeffer abschmecken.

inzwischen die kräuter und den salat waschen und sorgfältig trocknen. dill, petersilie und minze von den gröberen stielen zupfen, die salatblätter mit den händen in mundgerechte stücke teilen.

etwa die hälfte des dressings in eine große schüssel geben, die kräuter und Salatblätter hinzufügen und vorsichtig vermengen.

alles locker auf einer großen platte anrichten, den feta darüberbröseln und mit sumach bestreuen. das übrige berberitzendressing nach Geschmack darübergeben.

gleich servieren, solange die kräuter noch frisch und die blätter knackig sind.

aus meiner küche

ich verwende für diesen salat gerne reichlich kräuter. sie sollen nicht bloß eine beigabe sein, sondern den eigentlichen charakter des salats ausmachen.

die berberitzen dürfen deutlich sauer bleiben. ich möchte ihre eigenart nicht mit zu viel süße überdecken. deshalb schmecke ich das dressing erst ab, nachdem sie darin gezogen haben.

sumach kommt bei mir immer erst zum schluss darüber. ich liebe diese dunkle, fruchtige säure, die sich so wunderbar mit den kräutern verbindet.

wer keinen feta verwenden möchte, lässt ihn einfach weg. auch ohne ihn fehlt diesem salat nichts.

und vielleicht lohnt es sich, beim nächsten waldspaziergang einmal genauer hinzusehen. nicht alles, was kostbar ist, wächst in der ferne.

avec fréquence d’amour. Stefanie

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